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Singspiele für Kinder.
Singspiele sind Lieder mit einem Spiel dazu: im Kreis gehen, hüpfen, klatschen, mit den Fingern erzählen. Gleich hier fünf Singspiele fürs Handy, bei denen Mika zuhört, weiter unten vierzehn alte Singspiele ohne Handy, mit Text, Regeln und Alter, und Fingerspiele für Babys. Keine Punkte, niemand fliegt raus.
Die Handy-Spiele brauchen ein paar Sekunden Stimme, nie den höchsten oder längsten Ton. Das Mikrofon geht beim Tippen an und gleich wieder aus; nichts wird aufgenommen oder verschickt. Ein Handy reicht für eine Gruppe, es geht reihum.
Am Ende kann dein Kind das Gesungene in Brumm Kids mitnehmen: dort wird es zu einem kleinen Lied über einem Beat.
Alte Singspiele ohne Handy: vierzehn Klassiker mit Text und Regeln
Diese Singspiele sind alt, frei und brauchen fast nichts: einen Kreis, ein Tuch, eine Münze. Das Alter ist ein Anfang, keine Grenze; jüngere Kinder machen mit, was sie schon können. In keiner Anleitung fliegt jemand raus.
| Singspiel | ab etwa | So wird gespielt | Material |
|---|---|---|---|
| Häschen in der Grube | 2 Jahren | alle hocken und hüpfen | nichts |
| Ringel, Ringel, Reihe | 2 Jahren | Kreis an den Händen | nichts |
| Es geht eine Zipfelmütz | 3 Jahren | ein Kind geht im Kreis herum | nichts |
| Brüderchen, komm tanz mit mir | 3 Jahren | Paare | nichts |
| Ein Männlein steht im Walde | 3 Jahren | ein Kind in der Mitte, Rätsel | rotes Tuch |
| Grün, grün, grün sind alle meine Kleider | 3 Jahren | Farben tanzen in der Mitte | nichts |
| Der Plumpsack geht um | 4 Jahren | Sitzkreis, eins läuft außen | geknotetes Tuch |
| Taler, Taler, du musst wandern | 4 Jahren | Sitzkreis, eins rät | Münze oder Knopf |
| Dornröschen war ein schönes Kind | 4 Jahren | Märchen mit Rollen | nichts |
| Mein Hut, der hat drei Ecken | 4 Jahren | Wörter werden Gesten | nichts |
| Der Kuckuck und der Esel | 4 Jahren | zwei Kinder gehen im Kreis | nichts |
| Bei Müllers hat's gebrannt | 5 Jahren | Klatschspiel zu zweit | nichts |
| Laurentia | 6 Jahren | Kreis, Kniebeugen | nichts |
| Bruder Jakob als Kanon | 7 Jahren | zwei bis vier Gruppen | nichts |
Häschen in der Grube (ab 2)
„Häschen in der Grube saß und schlief, saß und schlief. Armes Häschen, bist du krank, dass du nicht mehr hüpfen kannst? Häschen, hüpf, Häschen, hüpf, Häschen, hüpf.“
Alle hocken sich hin, die Hände als Ohren am Kopf, und schlafen. Bei „bist du krank“ streicheln sie ihre Ohren, bei „Häschen, hüpf“ springen alle auf und hüpfen. In der Kita-Fassung hockt ein Kind als Häschen in der Mitte, die anderen gehen im Kreis und singen, und das Häschen weckt mit dem Hüpfen das nächste. Lass den Wettbewerb weg, wer am längsten in der Hocke hüpft: Dann sitzen die Kleinsten nach einer Runde am Rand.
Ringel, Ringel, Reihe (ab 2)
„Ringel, Ringel, Reihe, wir sind der Kinder dreie, wir sitzen unterm Hollerbusch und machen alle husch, husch, husch.“
Alle fassen sich an den Händen und gehen im Kreis, bei „husch, husch, husch“ hocken sich alle hin und stehen wieder auf. Die zweite Strophe („Ringel, Ringel, Rosen, schöne Aprikosen …“) endet mit „alle Kinder setzen sich“. Für Krippenkinder reicht eine Strophe, fünfmal hintereinander: Das Hinsetzen ist für sie der ganze Witz.
Es geht eine Zipfelmütz (ab 3)
„Es geht eine Zipfelmütz in unserm Kreis herum, dideldum … Zipfelmütz, bleib stehn, bleib stehn. Sie rütteln sich, sie schütteln sich, sie werfen die Beine hinter sich, sie klatschen in die Hand: Wir beide sind bekannt.“
Die Kinder stehen im Kreis, ein Kind geht innen herum, die Hände als spitze Mütze über dem Kopf. Bei „bleib stehn“ hält es vor einem Kind an. Die beiden fassen sich an den Händen und machen, was der Text sagt. Dann gehen beide als Zipfelmützen weiter, und die Schlange wird länger, bis alle Zipfelmützen sind. Kürzer geht es, wenn nur getauscht wird: Das neue Kind geht allein weiter.
Brüderchen, komm tanz mit mir (ab 3)
„Brüderchen, komm tanz mit mir, beide Hände reich ich dir. Einmal hin, einmal her, rundherum, das ist nicht schwer.“
Ein Volkslied, wohl um 1800 in Thüringen entstanden. Bekannt wurde es 1893 als Duett in Engelbert Humperdincks Oper Hänsel und Gretel; den Text passte seine Schwester Adelheid Wette an. Zwei Kinder stehen sich gegenüber und machen, was der Text sagt: beide Hände reichen, „einmal hin, einmal her“ schaukeln, bei „rundherum“ mit eingehakten Armen drehen, in den nächsten Strophen „klipp, klapp“ klatschen, „tripp, trapp“ stampfen, „nick, nick“ nicken. In der Gruppe stehen sich ein innerer und ein äußerer Kreis gegenüber; nach jeder Strophe rückt der äußere Kreis einen Platz weiter, und jedes Kind tanzt mit einem neuen.
Ein Männlein steht im Walde (ab 3)
„Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm, es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um. Sagt, wer mag das Männlein sein, das da steht im Wald allein mit dem purpurroten Mäntelein?“
Ein Rätsellied, Text von Hoffmann von Fallersleben, 1843. Ein Kind steht als Männlein in der Mitte, ein rotes Tuch als „purpurrotes Mäntelein“ um die Schultern, die anderen gehen im Kreis. Bei „Sagt, wer mag das Männlein sein“ bleiben alle stehen und raten. Die Antwort ist die Hagebutte; im Herbst bring eine mit. Dann sucht das Männlein das nächste Kind aus.
Grün, grün, grün sind alle meine Kleider (ab 3)
„Grün, grün, grün sind alle meine Kleider, grün, grün, grün ist alles, was ich hab. Darum lieb ich alles, was so grün ist, weil mein Schatz ein Jäger ist.“
Wer etwas Grünes anhat, tanzt in der Mitte, die anderen singen und klatschen. Jede Strophe bringt eine neue Farbe und einen neuen Beruf, und die Kinder dürfen die nächste Farbe ansagen. Achte darauf, dass jedes Kind einmal in der Mitte war: Wer heute nur Grau trägt, wünscht sich eben Grau.
Der Plumpsack geht um (ab 4)
„Dreht euch nicht um, denn der Plumpsack geht um. Wer sich umdreht oder lacht, kriegt den Buckel blau gemacht.“
Die Kinder sitzen im Kreis, das Gesicht nach innen. Ein Kind läuft mit einem geknoteten Tuch außen herum, während alle singen, und lässt es heimlich hinter einem Kind fallen. Merkt das Kind es, nimmt es das Tuch und läuft hinterher, und das erste Kind versucht, den freien Platz zu erreichen. Wer übrig bleibt, ist der nächste Plumpsack. Merkt es niemand, ist das Kind mit dem Tuch nach einer Runde einfach selbst dran. Die alte Regel, nach der es dann als „faules Ei“ in die Mitte muss, lässt du weg; sonst sitzen dort den ganzen Morgen dieselben. Und mit dem Tuch geschlagen wird nicht, auch wenn der Text es sagt. In vielen Kitas heißt das Spiel „Der Fuchs geht um“, gespielt wird genauso.
Taler, Taler, du musst wandern (ab 4)
„Taler, Taler, du musst wandern, von der einen Hand zur andern. Das ist schön, das ist schön, Taler, lass dich nur nicht sehn.“
Alle sitzen im Kreis, die Hände zu Schalen geformt, ein Kind steht in der Mitte und schaut genau hin. Während des Liedes wandert eine Münze oder ein Knopf von Hand zu Hand, und alle tun bei jedem Nachbarn so, als gäben sie etwas weiter. Am Ende rät das Kind in der Mitte, wo der Taler steckt. Nach drei Versuchen wird getauscht, ob es richtig war oder nicht. Für Vierjährige wandert der Taler nur in eine Richtung.
Dornröschen war ein schönes Kind (ab 4)
„Dornröschen war ein schönes Kind, schönes Kind, schönes Kind, Dornröschen war ein schönes Kind, schönes Kind.“
Das Märchen der Brüder Grimm als Kreisspiel. Dornröschen sitzt in der Mitte, die anderen gehen im Kreis und sind das Schloss. Mit den Strophen kommen die Rollen: die böse Fee, die Dornröschen mit dem Finger „sticht“, die Hecke, zu der der Kreis mit hochgehobenen Armen wird, der Königssohn, der sie durchbricht und Dornröschen weckt. Am Schluss tanzen alle zum Fest. Das Lied ist lang; wenn die Kinder unruhig werden, spiel den Rest am nächsten Tag. Jede Rolle kann jedes Kind spielen.
Mein Hut, der hat drei Ecken (ab 4)
„Mein Hut, der hat drei Ecken, drei Ecken hat mein Hut. Und hätt er nicht drei Ecken, dann wär es nicht mein Hut.“
Erst singen alle mit Gesten: bei „mein“ auf sich zeigen, bei „Hut“ an den Kopf tippen, bei „drei“ drei Finger, bei „Ecken“ an den Ellbogen. In jeder Runde fällt ein Wort weg und nur die Geste bleibt, bis am Ende fast nur noch Gesten übrig sind. Wer aus Versehen „Hut“ singt, lacht mit; das gehört dazu.
Der Kuckuck und der Esel (ab 4)
„Der Kuckuck und der Esel, die hatten einen Streit: Wer wohl am besten sänge zur schönen Maienzeit.“
Text von Hoffmann von Fallersleben, 1835, Melodie von Carl Friedrich Zelter. Alle stehen im Kreis und singen, zwei Kinder gehen innen herum, eins als Kuckuck mit Flügelarmen, eins als Esel mit Händen als Ohren. Am Ende der Strophe bleiben beide vor einem Kind stehen, das mit „Kuckuck“ oder „I-a“ antwortet und die Rolle übernimmt. In der letzten Strophe singen Kuckuck und Esel zusammen, und so endet der Streit auch hier: Niemand gewinnt ihn.
Bei Müllers hat's gebrannt (ab 5)
„Bei Müllers hat's gebrannt, -brannt, -brannt, da bin ich hingerannt, -rannt, -rannt, da kam ein Polizist, -zist, -zist, der schrieb mich auf die List, List, List, die List fiel in den Dreck, Dreck, Dreck, da war mein Name weg, weg, weg, da lief ich schnell nach Haus, Haus, Haus, und die Geschicht war aus, aus, aus.“
Ein Klatschspiel zu zweit, eher gesprochen als gesungen: Jede Zeile endet mit einem Echo („… gebrannt, -brannt, -brannt“). Am Anfang klatschen beide abwechselnd in die eigenen Hände und beidhändig in die des anderen, eine Silbe, ein Klatsch. Ab sechs geht es über Kreuz: eigene Hände, rechts gegen rechts, eigene Hände, links gegen links. Zum Schluss wird es schneller. Mehr zum Klatschen, auch mit Mika: Rhythmusspiele und Nachklatschen.
Laurentia (ab 6)
„Laurentia, liebe Laurentia mein, wann werden wir wieder beisammen sein? Am Montag.“
Alle stehen im Kreis und fassen sich an den Händen. Bei „Laurentia“ und bei jedem Wochentag gehen alle in die Knie. Jede Strophe nimmt einen Tag dazu („am Montag, am Dienstag“), bis am Sonntag die ganze Woche gesungen wird. Lass das Tempo gleich, statt es mit jeder Strophe schneller zu machen; wer nicht mehr mag, wippt nur in den Knien. So bleibt Luft zum Singen.
Bruder Jakob als Kanon (ab 7)
„Bruder Jakob, Bruder Jakob, schläfst du noch? Schläfst du noch? Hörst du nicht die Glocken? Ding, dang, dong.“
Das Lied kennen die meisten Kinder aus dem Kindergarten; als Kanon wird es ein Singspiel für die Grundschule. Erst singen alle zusammen, dann in zwei Gruppen: Die zweite beginnt, wenn die erste bei „Schläfst du noch?“ ist. Klappt das, vier Gruppen, je eine Zeile versetzt. Gib jeder Zeile eine Bewegung: „Bruder Jakob“ winken, „Schläfst du noch?“ Hände als Kissen an die Wange, „Hörst du nicht die Glocken?“ Hand ans Ohr, „Ding, dang, dong“ eine Glocke läuten. Dann sieht jede Gruppe, wo sie ist. Genauso geht „Der Hahn ist tot“ als Kanon. Das Lied kommt aus Frankreich (Frère Jacques); Kinder mit einer anderen Muttersprache kennen es oft in ihrer, und eine Gruppe darf es so singen.
Singspiele für Babys, Krippe, Kindergarten und Grundschule
- Babys, ab den ersten Wochen: Fingerspiele und Kniereiter, bei denen du singst und dein Kind zuschaut, zuhört und gestreichelt wird (drei zum Nachmachen gleich unter dieser Liste). Mit drei Monaten macht ein Baby mit Blicken, Lächeln und Lauten mit. Kniereiter wie „Hoppe, hoppe Reiter“ erst, wenn es den Kopf sicher hält. Beim „plumps“ hältst du dein Kind fest unter den Armen und lässt es nur ein kleines Stück zwischen deine Knie sinken, ohne Ruck und ohne Schütteln. Ob du die Töne triffst, ist egal: Es zählen dein Gesicht, deine Stimme und dass es jedes Mal gleich geht.
- Krippe und Krabbelgruppe, 1 bis 3 Jahre: kurze Lieder mit einer Bewegung pro Zeile, und alle machen dasselbe: Häschen in der Grube, Ringel, Ringel, Reihe, „Zehn kleine Zappelmänner“, „Himpelchen und Pimpelchen“. Allein in der Kreismitte zu stehen ist für viele noch zu viel; lieber alle auf einmal.
- Kindergarten, 3 bis 6 Jahre: ein Kind in der Mitte, Paare, einfache Regeln, Raten und Fangen: Zipfelmütz, Männlein, Plumpsack, Taler, Dornröschen, der Kuckuck und der Esel. Mit fünf und sechs erfinden Kinder gern eigene Strophen.
- Grundschule, 6 bis 10 Jahre: Klatschspiele über Kreuz wie Bei Müllers hat's gebrannt, Kreisspiele mit wachsenden Strophen wie Laurentia, Kanons wie Bruder Jakob, Rhythmen nachklatschen, Melodien mit Boomwhackers. Die alten Kreisspiele bleiben, wenn die Großen sie für die Erstklässler anleiten dürfen.
Mit Senioren und Erwachsenen gehen dieselben alten Lieder im Sitzen: Taler, Taler, Mein Hut, der hat drei Ecken, Kanons.
Fingerspiele für Babys
- „Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen, der hebt sie auf, der trägt sie nach Haus, und der Kleine isst sie alle auf.“ Du berührst die Finger deines Babys einzeln, vom Daumen bis zum kleinen Finger, und wackelst am Ende mit allen.
- „Kommt ein Mäuschen, baut ein Häuschen. Kommt ein Mückchen, baut ein Brückchen. Kommt ein Floh, der macht so.“ Zwei Finger laufen den Arm hinauf, beim Floh kitzelst du sanft am Hals oder unterm Arm.
- „Himpelchen und Pimpelchen stiegen auf einen Berg. Himpelchen war ein Heinzelmann und Pimpelchen ein Zwerg. Sie blieben lange da oben sitzen und wackelten mit den Zipfelmützen. Doch nach fünfundsiebzig Wochen sind sie in den Berg gekrochen, schlafen da in guter Ruh, sei mal still und hör gut zu.“ Beide Daumen klettern nach oben, wackeln, verschwinden in den Fäusten, und zum Schluss schnarchst du leise.
Jedes davon geht schon mit drei Monaten, im Liegen auf dem Wickeltisch oder auf deinem Schoß. Am Anfang schaut dein Kind nur; nach einigen Wochen streckt es dir die Hand schon hin, bevor das Spiel beginnt.
Was Singspiele bringen: Kinder lernen Text über Bewegung, hören Reime und Silben, warten, bis sie dran sind, und schauen sich im Kreis an. Dass ein bestimmtes Lied ein Kind klüger macht, ist nicht belegt; die Freude am gemeinsamen Singen reicht als Grund.
Kreis- und Singspiele im Morgenkreis anleiten
- Vormachen statt erklären. Sing die erste Strophe einmal mit allen Bewegungen vor, dann alle zusammen. Die Regeln verstehen die Kinder in der zweiten Runde.
- Den Text sicher können. Wer stockt, verliert die Gruppe. Einmal laut zu Hause reicht.
- Hoch genug anstimmen. Kinder singen am leichtesten etwa zwischen d' und d'' (294 bis 587 Hz), höher, als die meisten Erwachsenen von selbst beginnen (Andreas Mohr, Handbuch der Kinderstimmbildung, 1997). Zu tief angestimmt, brummen die Kinder oder rufen. Ob dein Anfangston passt, zeigt dir Welchen Ton singe ich? für Erwachsene: d' heißt dort D4. Männerstimmen klingen eine Oktave tiefer; die meisten Kinder singen trotzdem in ihrer eigenen Lage mit.
- Kurz bleiben. Zwei, drei Durchgänge, dann ein anderes Spiel, solange es noch Spaß macht. Bei einem Lied mit zwölf Strophen steigen die Kleinsten nach der dritten aus.
- Mit der Stimme lenken. Wird es wild, sing die nächste Runde leiser, langsamer oder geflüstert. Das beruhigt schneller als jedes „Psst“.
- Nicht schreien lassen. Lauter als Sprechen ist genug. Ein Spiel, das nur mit Schreien funktioniert, strengt kleine Stimmen an.
- Wiederholen. Im Morgenkreis dasselbe Singspiel über Wochen: Kinder mögen es, wenn sie wissen, was kommt. Langweilig wird es nur den Erwachsenen.
- Fair auswählen. Wer in die Mitte darf, bestimmt ein Abzählreim oder das Kind davor. Ein Kind, das nicht in die Mitte will, singt vom Kreis aus mit. Ein Kreisspiel ohne Melodie, bei dem jedes Kind einmal ruft und einmal gerufen wird: „Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich wünsche mir die … als hüpfenden Frosch herbei.“
Singspiele, bei denen niemand rausfliegt
Viele alte Spiele haben Verlierer: das faule Ei beim Plumpsack, die Kinder ohne Stuhl bei der Reise nach Jerusalem, wer zuerst umfällt beim Hocken. Das lässt sich ändern, ohne dass das Spiel langweilig wird.
- Reise nach Jerusalem ohne Ausscheiden: Jede Runde fehlt ein Stuhl mehr, aber niemand geht raus; alle müssen irgendwie Platz finden, zu zweit auf einem Stuhl, auf dem Schoß, mit einem Fuß auf der Kante. Am Ende sitzt die ganze Gruppe auf drei Stühlen.
- Fangen: Wer gefangen wird, tauscht die Rolle, statt rauszugehen.
- Raten: Nach drei Versuchen wird getauscht, egal ob richtig.
- Singen: Keine Punkte für das schönste Häschen oder den lautesten Ton. Ein Kind, das seine eigenen Töne findet, singt mit wie alle.
Singspiele durchs Jahr: Herbst, Winter und Weihnachten, Frühling, Sommer
- Herbst: Ein Männlein steht im Walde mit einer echten Hagebutte, „Kastanien häng'n am Baum“ als Klatschvers, zu Sankt Martin „Ich geh mit meiner Laterne“ als Umzug durch den Raum.
- Winter und Weihnachten: „Ein Schneemann steht im Garten“, in vielen Kitas auf die Melodie vom Männlein; „Lasst uns froh und munter sein“ zum Nikolaus, mit Stampfen bei „lustig, lustig“.
- Frühling: „Summ, summ, summ“ (Hoffmann von Fallersleben): Ein Kind ist die Biene und fliegt durch den Kreis zu den Blumen. „Auf unsrer Wiese gehet was“: Störche fangen Frösche, die Frösche hocken in der Mitte, dann wird getauscht.
- Sommer: Brüderchen, komm tanz mit mir draußen auf der Wiese, Zipfelmütz beim Sommerfest mit den Eltern in der Schlange.
Singspiele auf dem Handy: wann sie passen
Die fünf Spiele oben ersetzen keinen Kreis. Sie passen, wenn ein Kind allein mit einem Erwachsenen singt, oder als kurzer Anfang im Morgenkreis: die Stimmen-Rakete als Sirene zum Einsingen, das Echo-Singen zum Vor- und Nachsingen, bei dem das Handy reihum geht, Sing den Ton mit vier Kindern nacheinander. Mika hört ein paar Sekunden zu und sagt, was er gehört hat; bei Sing den Ton heißt das höchstens „ein bisschen höher“ oder „tiefer“, nie „falsch“, und es gibt keine Punkte. Mehr für Gruppen: Musikspiele im Kindergarten, in der Grundschule und ohne Instrumente.
Singspiel, das andere Wort: Mozart und der Nockherberg
Ein Singspiel ist auch eine Form des Musiktheaters: deutsch gesungen, mit gesprochenen Dialogen statt Rezitativen, im 18. Jahrhundert beliebt. Es entstand nach dem Vorbild der französischen Opéra comique und der englischen Ballad Opera. Die drei bekanntesten Singspiele von Mozart sind Bastien und Bastienne (1768), Die Entführung aus dem Serail (1782) und Die Zauberflöte (1791). Das Singspiel auf dem Nockherberg in München ist etwas Drittes: Beim Starkbieranstich im Frühjahr spielen Schauspieler Politiker, und der Bayerische Rundfunk überträgt es. Singspiele für Konsole sind Karaoke-Spiele mit Punkten. Die Spiele auf dieser Seite haben keine.