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Stimmen-Rakete

Ein Singspiel fürs Handy, Tablet oder die digitale Tafel: Sing wie eine Sirene, langsam hoch und wieder runter, und die Rakete fliegt mit deiner Stimme durch die Sterne. Nach fünf Sekunden werden aus dem Flug drei Töne.

Mika, der Resident

Wenn der Krankenwagen vorbeifährt, heule ich mit, hoch und runter. Hier fliegt dabei eine Rakete.Sing ein Uuuh, hoch und runter.

Das Mikrofon geht beim Tippen an, hört ein paar Sekunden zu und geht wieder aus. Nichts wird aufgenommen oder verschickt.

So spielst du die Stimmen-Rakete

Tipp auf Tippen und losfliegen und sing ein langes Uuuh oder Wiii, das wie eine Sirene auf und ab gleitet: langsam hoch, dann wieder runter. Wird die Stimme höher, steigt die Rakete, wird sie tiefer, sinkt sie. Der Flug beginnt, sobald die Rakete die Stimme hört, und dauert fünf Sekunden; mit Landen ist er früher vorbei.

Der Himmel richtet sich nach dem Ton, mit dem das Kind anfängt: ein bisschen Platz nach unten, ein bequemes Stück nach oben. So füllt auch eine kleine Stimme den ganzen Himmel, und niemand muss sich nach oben quälen. Es gibt nichts zu treffen, nichts zu gewinnen und keine Punkte. Die Rakete fliegt, wohin die Stimme geht, und jeder Flug ist richtig.

Dann geht das Mikrofon aus, und aus dem Flug werden drei Töne: der tiefste, einer in der Mitte und der höchste, gerundet auf Töne, die zusammen gut klingen (eine Dur-Pentatonik über dem tiefsten). Das Glockenspiel spielt sie, und bei jedem Ton leuchtet sein Name auf. In Brumm Kids kommt ein Beat dazu, und dein Kind kann eine ganze Melodie darüber singen.

Raketenspiele zu zweit oder in der Gruppe

Achterbahn: Einer malt mit dem Finger eine Achterbahn in die Luft, der andere singt sie, und die Rakete fliegt sie nach.

Spur nachfliegen: Nach der Landung bleibt die gepunktete Spur am Himmel. Das nächste Kind schaut sie sich an, tippt und fliegt dieselbe Form aus dem Gedächtnis; beim Start verschwindet die alte Spur. Weil der Himmel beim eigenen ersten Ton anfängt, kann eine tiefe Stimme dieselbe Form fliegen wie eine hohe.

Sanfte Landung: Leicht und oben anfangen, so hoch es bequem ist, und die Rakete so weich wie möglich bis auf den Boden gleiten lassen.

Was ist ein Singspiel?

Das Wort hat zwei Bedeutungen, und beide stimmen. In der Musikgeschichte ist ein Singspiel ein Bühnenstück auf Deutsch, in dem Lieder, Arien und Ensembles mit gesprochenen Dialogen abwechseln, meist heiter und volkstümlich, gern mit Zauberei. In Kita und Grundschule ist ein Singspiel ein Spiel, dessen Regeln in einem Lied stecken: Kreisspiele, Fingerspiele, Klatschspiele, Bewegungslieder. Dazwischen liegt, was viele Klassen zum Sommerfest oder an Weihnachten aufführen: ein kleines Stück aus gesprochenen Szenen und Liedern, im Kleinen also genau die alte Form.

Die Stimmen-Rakete oben ist ein Singspiel der zweiten Art, nur auf dem Bildschirm: Die Stimme lenkt das Spiel.

Singspiel und Oper: der Unterschied

In der Oper wird durchgehend gesungen; was die Handlung voranbringt, steht in gesungenen Rezitativen. Im Singspiel wird dazwischen gesprochen wie im Theater, gesungen wird in geschlossenen Nummern. Die Grenze ist weich: Auch die Zauberflöte hat Stellen mit Rezitativ. Mit gesprochenem Dialog leben Operette und Musical weiter.

Woher das Singspiel kommt

Das deutsche Singspiel entstand im 18. Jahrhundert als Theater fürs Bürgertum, neben der italienischen Oper an den Höfen. Vorbilder waren die englische Ballad Opera und die französische Opéra comique. In Leipzig schrieben Johann Adam Hiller (Musik) und Christian Felix Weiße (Text) ab 1766 eine Reihe von Singspielen, die Wandertruppen im ganzen Land spielten. Das erste, „Der Teufel ist los oder Die verwandelten Weiber“ (1766), ging auf die englische Ballad Opera „The Devil to Pay“ zurück; Hiller und Weiße gelten seither als Väter des deutschen Singspiels. Das Wort selbst ist älter und steht schon im 17. Jahrhundert im Druck. 1778 gründete Kaiser Joseph II. am Wiener Burgtheater das Nationalsingspiel, eine Bühne für Stücke auf Deutsch.

Welche Singspiele gibt es? Mozart und die anderen

Die drei bekanntesten Singspiele Mozarts sind die Zauberflöte, die Entführung aus dem Serail und Bastien und Bastienne. Die Zauberflöte ist für viele Kinder der erste Opernbesuch; viele Häuser spielen sie gekürzt als Kinderoper.

Singspiele anderer Komponisten:

Singspiel im Kreuzworträtsel

Modernes Singspiel mit 7 Buchstaben: Musical. Für „Singspiel“ allein passen Oper (4 Buchstaben), Musical (7), Operette (8) und Vaudeville (10).

Das Singspiel am Nockherberg

Das Singspiel, das jedes Frühjahr in den Nachrichten steht, ist etwas Drittes: Beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg in München spielen und besingen Schauspielerinnen und Schauspieler Politikerinnen und Politiker. Auf das Derblecken, die Fastenpredigt, folgt das Singspiel. Welche Politikerinnen und Politiker darin vorkommen und wer sie spielt, wird vorher kaum verraten; danach steht die Besetzung in den Berichten von BR und Münchner Zeitungen. Im Saal sitzen geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft; alle anderen sehen es live im BR Fernsehen.

Singspiele im Kindergarten und in der Grundschule

ArtSo geht'sZum Ausprobieren
KniereiterDas Kind sitzt auf dem Schoß und reitet im Takt, am Ende plumpst es sanft.„Hoppe, hoppe, Reiter“, ab 1
FingerspielDie Hände spielen, was das Lied erzählt; geht im Sitzen, auch auf dem Schoß.„Zehn kleine Zappelmänner“, ab 2
BewegungsliedAlle machen mit dem Körper, was das Lied sagt.„Mein Hut, der hat drei Ecken“, ab 3
KreisspielAlle gehen im Kreis und singen, die letzte Zeile sagt, was passiert.„Ringel, Rangel, Rose“, ab 3
Kreisspiel mit RollenDas Lied erzählt eine Geschichte, einzelne Kinder spielen sie in der Mitte.„Dornröschen war ein schönes Kind“, ab 4
TorspielZwei Kinder bilden ein Tor, die Schlange geht hindurch, beim letzten Wort geht das Tor zu.„Machet auf das Tor“, ab 4
WeitergabespielIm Sitzkreis wandert ein Taler von Hand zu Hand, ein Kind rät, wo er ist.„Taler, Taler, du musst wandern“, ab 4
KlatschspielZwei klatschen ein Muster zu einem Reim, jede Runde schneller.„Bei Müllers hat's gebrannt“, ab 6
Stimme auf dem BildschirmDas Mikrofon liest die Tonhöhe, und etwas bewegt sich mit.Die Stimmen-Rakete oben, ab 4

Ein Singspiel im Kindergarten gelingt im Kreis, in dem alle einander sehen. Fang mit einem Lied an, das die Kinder schon kennen, lass bei jeder Runde ein anderes Kind in die Mitte, und niemand scheidet aus. Die Spiele mit Text und Regeln: Singspiele für Kinder. Mehr für die Kita: Musikspiele im Kindergarten.

Ein Singspiel mit der Klasse aufführen

  1. Eine Geschichte, die alle kennen: ein Märchen, eine Jahreszeit, ein Ausflug. Die Handlung passt auf eine Seite.
  2. Drei bis sechs Lieder, die die Klasse schon singt oder schnell lernt. Eine bekannte Melodie mit neuem Text ist erlaubt und spart Proben.
  3. Rollen für alle: Sprechrollen, ein Chor, der die Lieder trägt, Geräuschemacher mit Rassel, Trommel oder Stimme. Wer nicht allein sprechen mag, singt im Chor.
  4. Kurze Szenen dazwischen, gesprochen, mit wenigen Sätzen pro Kind. Genau das macht es zum Singspiel und nicht zur Oper.
  5. Hoch genug anstimmen: Lieder für Kinder von vier bis sieben liegen meist etwa zwischen d' und a', höher als Erwachsene sprechen. Ein Lied, das zu tief beginnt, wird gebrummt statt gesungen.
  6. Kurz halten: in der Kita fünf bis zehn Minuten, in der Grundschule fünfzehn bis zwanzig.

Spielt die Geschichte im Weltraum, ist die Sirene der Start: Die ganze Gruppe gleitet mit der Stimme nach oben, während die Papprakete auf der Bühne abhebt. Üben geht vorher mit der Stimmen-Rakete oben auf dieser Seite, ein Kind nach dem anderen.

Mit der Stimmen-Rakete in der Gruppe

Mehr für die Stunde: Musikspiele für die Grundschule und eine Vertretungsstunde Musik ohne Vorbereitung.

Warum die Sirene ein gutes erstes Singspiel ist

Bevor ein Kind einen vorgegebenen Ton treffen kann, muss es herausfinden, wohin seine Stimme überhaupt geht. In der Musikpädagogik heißt das Stimmerkundung, und sie beginnt mit Glissandi, also Gleittönen: Sirene, Eule, Gespenst, Feuerwehr. Beim Gleiten gibt es keinen falschen Ton. Ein Kind, das im Lied noch auf einem Ton brummt, kann trotzdem gut gleiten und findet dabei oft die leichte, höhere Stimme, in der Kinderlieder liegen.

Die Rakete zeigt außerdem, was hoch und tief heißt. Viele kleine Kinder sagen „höher“, wenn sie „lauter“ meinen. Hier bewegt eine lautere Stimme die Rakete nicht, eine höhere schon. Hoch und tief mit zwei Tönen üben: Höher oder tiefer? Fällt das Gleiten leicht, kommen als Nächstes einen Ton nachsingen und Echo-Singen.

Für Eltern und Lehrkräfte: Ist das gut für die Stimme?

Gleiten, also die Stimme langsam hoch und runter rutschen lassen, nutzen auch Chorleiterinnen zum Einsingen, und es strengt die Stimme nicht an, solange niemand drückt oder schreit. Ein Flug dauert fünf Sekunden. Die Seite fragt nie nach dem höchsten Ton, zählt keine Punkte und vergleicht kein Kind mit einem anderen. Klingt eine Stimme heiser oder kratzig, ist für heute Schluss.

Das Mikrofon hört erst zu, wenn dein Kind tippt, und geht nach dem Flug wieder aus. Die Stimme wird im Browser gelesen und sofort vergessen: keine Aufnahme, kein Konto, nichts wird verschickt. Gut für etwa vier bis zehn Jahre, ein paar Minuten reichen. Mehr über Brumm Kids.

Datenschutz bei Brumm Kids

Audio: dein Mikrofon, erst an, wenn du tippst. Der Klang wird in diesem Tab ausgewertet und nie verschickt. Nichts vom Audio erreicht die Besucherzählung.