Kostenlos · ohne Mikrofon · ohne Installation
Gehörbildung online, mit Kopfhörern.
Gehörbildung heißt: Tonhöhen, Intervalle, Akkorde, Melodien und Rhythmen allein durchs Hören erkennen und benennen. Hier übst du das kostenlos online, im Browser deines Handys: höher oder tiefer, Intervalle, Dur oder Moll, Melodiegedächtnis, Rhythmus, und ein Test aufs absolute Gehör.

Der Resident hört das Eichhörnchen immer zuerst. Das hier ist fürs menschliche Ohr, das Übung braucht.
Daniel hat Harmonielehre mit dem Ohr gelernt, nicht aus Büchern. Als Teenager spielte er stundenlang Quake, dazu Mingus’ The Black Saint and the Sinner Lady in Dauerschleife. Irgendwo dabei hat sein Ohr gelernt, was Akkorde tun. Seitdem ist es seinen Händen voraus.
Darum geht es hier: ein paar Minuten zuhören, immer wieder, bis du es einfach hörst. Die Töne entstehen auf deinem Handy, also klingen sie sauber und jedes Mal gleich. Keine Installation, kein Konto.
Ein Ergebnis ist die Momentaufnahme von heute, kein Urteil über dein Gehör. Die Übungen trainieren, was du mit den Klängen machst: zwei auseinanderhalten, den Abstand benennen, eine Melodie im Kopf behalten.
Wenn dein Ohr warm ist, nutz es: Summ etwas in die App und lenk die Harmonie darunter. Über Daniel (auf Englisch).
So fängst du mit Gehörbildung an
- Fang mit Höher oder tiefer an: zwei Töne, welcher geht hinauf. Jede richtige Antwort macht den Abstand kleiner. Das lernt ein Ohr als Erstes.
- Dann behalte kurze Melodien im Kopf, mit dem Melodiegedächtnis-Test, und benenne die Abstände: Intervalle hören üben, alle zwölf von der kleinen Sekunde bis zur Oktave, auf- und abwärts, jedes mit einem Liedanfang.
- Danach die Farbe von Akkorden mit Dur oder Moll und das Timing mit dem Rhythmustest.
- Zehn bis fünfzehn Minuten am Tag, mit Kopfhörern. Kurz und oft, so lernt ein Ohr.
Ein Check in sechzig Sekunden, der sagt, wo du anfängst, und ein Plan für eine Woche: Gehörbildung für Anfänger.
Themen
Was ist Gehörbildung?
Gehörbildung ist das Training des musikalischen Gehörs. Die Ohren werden dabei nicht besser, das Hören wird bewusster: welcher Abstand, welcher Akkord, welcher Rhythmus. Am Ende kannst du es nachsingen, nachspielen oder aufschreiben. An Musikhochschulen ist sie ein eigenes Fach, meist zusammen mit Musiktheorie, und Teil fast jeder Aufnahmeprüfung. Auf Englisch heißt sie ear training oder aural skills.
Notenlesen brauchst du zum Anfangen nicht: Hören, Nachsingen und Nachspielen kommen zuerst, das Aufschreiben danach. Und es geht in jedem Alter; nur das absolute Gehör hängt stark vom frühen Anfang ab (unten).
Fast alles daran trainiert das relative Gehör: wie Töne zueinander stehen. Die Bereiche, ungefähr in der Reihenfolge, in der man sie lernt:
| Bereich | Was du lernst | Hier üben |
|---|---|---|
| Tonhöhe | ob ein Ton höher oder tiefer ist, auch bei Abständen unter einem Halbton | Höher oder tiefer |
| Intervalle | den Abstand zweier Töne benennen, nacheinander (melodisch) und zusammen (harmonisch) | Intervalle hören üben, nacheinander, auf- und abwärts |
| Melodie | eine Tonfolge behalten, nachsingen und als Melodiediktat aufschreiben | Melodiegedächtnis-Test; das Aufschreiben übst du auf Notenpapier |
| Akkorde und Harmonik | Dur, Moll, vermindert, übermäßig, Septakkorde, Umkehrungen, Lagen (Terz-, Quint-, Oktavlage), Kadenzen, Akkordfolgen | Dur oder Moll? mit Dur- und Molldreiklängen, auch umgekehrt, und Akkordfolgen |
| Rhythmus | den Puls halten, Rhythmen nachklatschen, die Taktart erkennen, Rhythmusdiktat | Rhythmustest, Metronom |
| Blattsingen und inneres Hören | Noten hören, bevor sie klingen, und vom Blatt singen | mit Solmisation und Notenpapier (unten) |
| Intonation | hören, ob ein Ton sauber sitzt oder ein paar Cent daneben | Kann ich richtig singen? (mit Mikrofon): zeigt, wie viele Cent dein gesungener Ton danebenliegt; feine Unterschiede hören übst du mit Höher oder tiefer |
Einen Überblick über Tonhöhe, Intervalle, Melodie und Rhythmus in einem Durchgang gibt Musikalisches Gehör testen: Punkte bis 100, mit der Zahl daneben, die bloßes Raten bekäme.
Gehörbildung üben: eine Einheit in fünfzehn Minuten
Täglich kurz schlägt einmal in der Woche lang. Verteiltes Üben gehört zu den stabilsten Befunden der Lernforschung (Cepeda und Kollegen, Metaanalyse 2006, zum Lernen von Wörtern und Fakten). Beim Hören kommt etwas dazu: Pro Tag braucht es eine Mindestmenge, sonst bleibt der Effekt aus (Wright und Sabin, 2007). Eine Viertelstunde am Tag mit vielen Durchgängen reicht dafür. Eine Einheit, die in eine Mittagspause passt:
- 2 Minuten Aufwärmen: eine Runde Höher oder tiefer. Nicht für den Rekord; das Ohr stellt sich scharf.
- 5 Minuten Intervalle: eine Runde mit zehn. Jedes, das du verwechselt hast, singst du danach von einem eigenen Ton aus nach. Was du singen kannst, erkennst du auch wieder.
- 3 Minuten Akkorde: eine Runde Dur oder Moll? Die Terz entscheidet: In Grundstellung ist sie der mittlere Ton. Die zweite Hälfte der Akkorde ist umgestellt, dort liegt die Terz oben oder unten. Hör dann auf den Gesamtklang, nicht auf einen Ton.
- 5 Minuten echte Musik: ein Song, den du magst. Hör vier Töne der Melodie oder die Basslinie heraus: erst summen, dann auf dem Instrument suchen, dann aufschreiben. Diesen Teil ersetzt keine App.
Fühlt sich eine Übung leicht an, geh weiter. Höher oder tiefer, der Intervalltrainer und der Melodiegedächtnis-Test werden von selbst schwerer, solange du richtig liegst. Der Intervalltrainer merkt sich dein Level auf dem Handy.
Gehörbildung als App und online: was es gibt (Stand Oktober 2026)
| Angebot | Was es trainiert | Kosten |
|---|---|---|
| Brumm (diese Seite) | Tonhöhe, Intervalle, Dur oder Moll, Melodiegedächtnis, Rhythmus; dazu Tests fürs musikalische und das absolute Gehör; im Handy-Browser, ohne Installation und Konto | kostenlos |
| ear-training.org (Musikhochschule Mannheim) | Rhythmus, Intervall, Melodie, Polyphonie, Akkord, Harmonik, Intonation, Höranalyse; mit einem Bereich zu Aufnahmeprüfungen | im Browser, Anmeldung optional |
| Open Music Academy | deutsche Lernplattform mit Kursen und Hörübungen, offen lizenziert | kostenlos |
| teoria.com | Intervalle, Akkorde, Skalen, Melodie- und Rhythmusdiktate; auf Englisch | kostenlos |
| good-ear.com | Intervalle, Akkorde, Skalen im Browser; schlicht, auf Englisch | kostenlos |
| Perfect Ear | App für Android, iPhone und iPad: Intervalle, Akkorde, Skalen, Rhythmus, Melodiediktat | kostenlos, Zusatzinhalte kostenpflichtig |
| musictheory.net und die App Tenuto | Theorie, Intervalle, Akkorde, Notenlesen; Tenuto für iPhone und iPad | Website kostenlos, App kostenpflichtig |
| EarMaster | umfangreiche Kurse bis zur Studienvorbereitung, auch Diktate und Blattsingen mit Mikrofon; für Windows, Mac, iPhone und iPad | Grundversion kostenlos, Kurse kostenpflichtig |
| Auralia | Schul- und Hochschulsoftware mit vielen Prüfungsthemen; für Windows und Mac | kostenpflichtig |
| gehoerbildung-musiktheorie.de | 40 Intervallübungen mit Arbeitsblatt als PDF, dazu Kurse zur Eignungsprüfung, auf einem echten Flügel eingespielt | Übungen kostenlos, Kurse kostenpflichtig |
| SoundGym | Gehörtraining für Produzenten und Tontechniker: Frequenzen, EQ, Kompression | Grundversion kostenlos, Pro kostenpflichtig |
Auf dem Mac laufen EarMaster und Auralia, auf iPhone und iPad EarMaster, Tenuto und Perfect Ear; die Angebote im Browser, diese Seite eingeschlossen, laufen überall. Frequenzen in Hertz hören, wie es Tontechniker üben, ist ein anderes Training als musikalische Gehörbildung. Einzelne Frequenzen zum Vergleichen spielt der Tongenerator.
Übungen ohne App: Gehörbildung im Selbststudium
- Den Grundton finden: Hör einen Song und summ den Ton, auf dem die Melodie zur Ruhe kommt, meist ihr Schlusston. Das ist der Grundton der Tonart, der Bezugspunkt für jedes Diktat.
- Intervalle mit Liedanfängen: Jedes Intervall klingt wie der Anfang eines bekannten Lieds: die große Sekunde wie „Al-le“ aus Alle meine Entchen, die Quarte wie O Tannenbaum, die Quinte wie Morgen kommt der Weihnachtsmann. Alle zwölf, auf- und abwärts, stehen beim Intervalltrainer.
- Tonleiter mit Silben: Sing die Durtonleiter auf do re mi fa so la ti do, und zwar mit beweglichem Do: Do ist immer der Grundton, in jeder Tonart. Das ist relative Solmisation. In Deutschland ist sie als Tonika-Do bekannt (nach Agnes Hundoegger, mit Handzeichen für jede Stufe) und als JALE (nach Richard Münnich, mit den Silben ja le mi ni ro su wa ja). Mit Silben hörst du Stufen statt Tonnamen, und genau die fragt ein Diktat ab.
- Nach Gehör nachspielen: Such eine Melodie, die du kennst, auf deinem Instrument. Der Anfangston ist egal, solange der Verlauf stimmt. Danach denselben Anfang von einem anderen Ton aus.
- Auf der Gitarre: Ein Bund ist ein Halbton. Auf derselben Saite liegt die Quarte fünf Bünde höher, die Quinte sieben, die Oktave zwölf. Zwischen den leeren Saiten liegt je eine Quarte, nur zwischen G- und H-Saite eine große Terz.
- Am Klavier: Schlag einen Dreiklang an und sing seine drei Töne einzeln heraus, unten, Mitte, oben. Das ist Akkorde heraushören im Kleinen.
- Rhythmus: Klatsch zu einem Song erst alle Zählzeiten, dann nur die Zwei und die Vier, dann den Rhythmus der Melodie. Ob du ohne Klick im Tempo bleibst, zeigt die letzte Runde im Rhythmustest: Der Klick hört auf, du tippst weiter. Zum Mitklatschen stellst du das Metronom auf 60.
Zwei Bücher, nach denen oft gesucht wird: Gehörbildung im Selbststudium von Clemens Kühn (Bärenreiter), der Klassiker zum allein Üben, und Musiklehre Rhythmik Gehörbildung von Michael Stecher (Lern Material Musik, Band 1 bis zur D1-Prüfung an der Musikschule, Hörbeispiele als Download).
Gehörbildung für die Aufnahmeprüfung
Wer Musik studieren will, legt in der Eignungsprüfung fast immer einen Teil Gehörbildung ab, oft schriftlich, manchmal mündlich. Was genau drankommt, steht in der Prüfungsordnung der Hochschule, und viele Hochschulen stellen Beispielaufgaben online. Lies die der Hochschule, an der du dich bewirbst. Auch im Musik-Abitur gibt es in vielen Bundesländern einen Hörteil (Höranalyse, manchmal Diktat). Was drankommt, steht in den Vorgaben deines Landes; die Übungen hier helfen für Intervalle, Dur und Moll und Rhythmus. Typisch für die Hochschulprüfung sind:
- Intervalle nacheinander und zusammen, meist bis zur Oktave, manchmal darüber
- Intervalle nicht nur benennen, sondern vom gegebenen Ton aus richtig notieren
- Tonleitern erkennen: Dur, die drei Mollformen, oft auch Kirchentonarten
- Dreiklänge (Dur, Moll, vermindert, übermäßig) mit Umkehrungen, dazu Septakkorde
- Kadenzen und Akkordfolgen, benannt als Stufen oder Funktionen
- ein- und zweistimmiges Melodiediktat, Rhythmusdiktat
- Fehlerhören: Die gedruckte Melodie wird an einer Stelle anders gespielt
- im mündlichen Teil Nachsingen und Blattsingen
Was die Tools hier dafür abdecken: Tonhöhe, Intervalle nacheinander, Dur und Moll mit Umkehrungen, kurze Melodien im Kopf, Rhythmus im Takt. Was sie nicht haben: zusammen gespielte Intervalle, verminderte und übermäßige Dreiklänge, Septakkorde und Diktate zum Aufschreiben. Dafür brauchst du Notenpapier, Aufnahmen und am besten jemanden, der korrigiert. Fang Monate vorher an, nicht zwei Wochen.
Melodiediktat: so gehst du vor
- Beim ersten Hören nichts schreiben. Klär die Taktart und den Grundton: Wo ist die Eins, wo kommt die Melodie an?
- Beim zweiten Hören den Rhythmus notieren, noch ohne Tonhöhen.
- Dann die Gerüsttöne: Anfangs- und Schlusston, der höchste und der tiefste Ton.
- Die Lücken füllen, in Intervallen vom letzten sicheren Ton aus.
- Beim letzten Hören mitlesen und nur noch korrigieren.
Sing in einer Prüfung nicht hörbar mit; das stört die anderen und ist meist nicht erlaubt. Innerlich singen ist genau das, was du hier übst.
Relatives und absolutes Gehör
Das relative Gehör erkennt Töne im Verhältnis zueinander: Das ist eine Quinte, das ist die dritte Stufe. Es lässt sich in jedem Alter trainieren, und alles, was du transponierst, mitsingst oder nach Gehör spielst, läuft darüber. Gehörbildung trainiert vor allem dieses Gehör.
Das absolute Gehör benennt einen einzelnen Ton ohne Bezugston: „Das ist ein Fis.“ Nach der oft zitierten Schätzung hat es etwa einer von 10.000 Menschen. Unter Musikstudierenden, die mit vier oder fünf Jahren angefangen haben, ist es viel häufiger, und unter Sprechern einer Tonsprache wie Mandarin noch einmal deutlich (Deutsch und Kollegen, 2006). Für Erwachsene galt es lange als nicht erlernbar. Zwei Trainingsstudien (Van Hedger und Kollegen, 2019; Wong und Kollegen, 2020) brachten einzelne Erwachsene nach Wochen täglichen Trainings nahe an das Niveau absoluter Hörer; die meisten wurden nur etwas besser. Zum Musizieren brauchst du es nicht. Wie nah du ohne Bezugston kommst, zeigt Absolutes Gehör testen.
Was Gehörbildung bringt, und was nicht
Hören lässt sich schneller verbessern, als die meisten denken. In einer Studie unterschieden Musiker Tonhöhen anfangs etwa sechsmal feiner als Nichtmusiker; nach vier bis acht Stunden Training lagen die Nichtmusiker gleichauf (Micheyl und Kollegen, 2006). Intervalle und Akkorde brauchen länger, eher Wochen als Tage, aber auch das ist Übung, kein Talent.
Wofür es keine Belege gibt: dass Gehörbildung dich klüger macht, das Rechnen verbessert oder das Gedächtnis im Allgemeinen. Eine Metaanalyse über Musikunterricht bei Kindern fand solche Effekte in den sorgfältig kontrollierten Studien nicht (Sala und Gobet, 2020). Auch für „Energie fürs Gehirn“ aus hohen Frequenzen, wie sie manche Seiten Alfred Tomatis zuschreiben, gibt es keine belastbaren Belege. Gehörbildung macht dich zu einem besseren Hörer von Musik. Das ist genug.
Gefunden, was du gesucht hast?
Notiert.