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Intervalle hören üben

Zwei Töne erklingen nacheinander. Tipp an, welches Intervall das war. Du startest mit Oktave, Quinte und großer Terz; jedes Mal, wenn du acht von zehn triffst, kommt das nächste dazu, bis alle zwölf aufwärts und dann abwärts dabei sind. Zu jeder Antwort gibt es einen Liedanfang als Eselsbrücke.

Mika, der Resident

Das Martinshorn spielt eine Quarte. Mika heult jedes Mal mit. Du fängst mit drei leichteren an.

Mit Kopfhörern geht es besser. Auf dem iPhone schaltet der Stummschalter die Töne ab.

Intervalle in Liedanfängen: die Eselsbrücken

Jedes Lied beginnt mit seinem Intervall, es sei denn, die Zeile nennt andere Töne. Wenn du in einer Runde unsicher bist, sing den Anfang im Kopf und vergleich. Das zweite Lied ist für den Fall, dass du das erste nicht im Ohr hast.

  • Kleine SekundeDer weiße Hai, die zwei Töne des Hais; Kommt ein Vogel geflogen, „Kommt ein“
  • Große SekundeAlle meine Entchen, „Al-le“; Bruder Jakob, „Bru-der“
  • Kleine TerzBrahms’ Guten Abend, gut’ Nacht, „-ten A-“ (2. und 3. Ton); Smoke on the Water, die ersten zwei Töne des Riffs
  • Große TerzAlle Vögel sind schon da, „Al-le“; When the Saints Go Marching In, „Oh when“
  • QuarteO Tannenbaum, „O Tan-“; Ich geh mit meiner Laterne, „Ich geh“
  • TritonusMaria aus der West Side Story, „Ma-ri-“; Die Simpsons, die Titelmelodie, „The Simp-“
  • QuinteMorgen kommt der Weihnachtsmann, „-gen kommt“ (2. und 3. Ton); Star Wars, die zwei langen Töne nach der Triole am Anfang (von der Triole zum ersten langen Ton ist es eine Quarte)
  • Kleine SexteThe Entertainer, 3. und 4. Ton, der Sprung nach dem Lauf am Anfang
  • Große SexteEin Prosit der Gemütlichkeit, „Ein Pro-“; My Bonnie Is Over the Ocean, „My Bon-“
  • Kleine SeptimeRaumschiff Enterprise, die ersten zwei Töne der Titelmusik; Somewhere aus der West Side Story, „There’s a“
  • Große SeptimeTake On Me (a-ha), im Refrain „take on“. Kaum ein Lied beginnt damit; die meisten hören sie als Oktave, der ein Halbton fehlt
  • OktaveSomewhere Over the Rainbow, „Some-where“

Abwärts braucht jedes Intervall sein eigenes Lied: Eine fallende Quinte klingt nicht wie eine steigende, rückwärts gespielt. Die fallenden kommen dazu, sobald alle zwölf aufwärts sitzen, und die Lieder werden unbekannter; einige liefert der Jazz.

  • Kleine Sekunde abwärtsFür Elise, die ersten zwei Töne; Vom Himmel hoch, da komm ich her, „Vom Him-“
  • Große Sekunde abwärtsYesterday (Beatles), „Yes-ter-“
  • Kleine Terz abwärtsKuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald, „Kuck-uck“; Hänschen klein, „Häns-chen“
  • Große Terz abwärtsBeethovens Fünfte, „ta-ta-ta-TAA“; Swing Low, Sweet Chariot, „Swing low“
  • Quarte abwärtsMozarts Eine kleine Nachtmusik, die ersten zwei Töne
  • Tritonus abwärtsBlue Seven, der Anfang von Sonny Rollins; YYZ (Rush), das Intro
  • Quinte abwärtsFamilie Feuerstein, „Flint-stones“
  • Kleine Sexte abwärtsLove Story, der Sprung am Anfang des Themas
  • Große Sexte abwärtsNobody Knows the Trouble I’ve Seen, „No-bo-“; The Music of the Night aus dem Phantom der Oper, „Night-time“
  • Kleine Septime abwärtsWatermelon Man, der erste Sprung im Riff
  • Große Septime abwärtsI Love You (Cole Porter), „I love“
  • Oktave abwärtsWillow Weep for Me, „Wil-low“

Warum Intervalle, und warum es am Anfang unmöglich wirkt

Einen einzelnen Ton ohne Vergleich benennen, das ist das absolute Gehör, und es ist selten: Die übliche Schätzung liegt bei etwa einem Menschen unter 10.000 (Übersicht von Takeuchi und Hulse, 1993). Den Abstand von einem Ton zum nächsten hören, das ist das relative Gehör, und damit arbeiten Musikerinnen und Musiker: eine Melodie nach Gehör spielen, eine zweite Stimme singen, vom Blatt singen, eine Basslinie heraushören. Es ist bei fast allen anfangs grob. In einer kleinen Laborstudie von McDermott und Kollegen (Journal of the Acoustical Society of America, 2010) mussten zwei Intervalle für Nichtmusiker ein bis drei Halbtöne auseinanderliegen, bevor sie sie unterscheiden konnten; nur die erfahrensten Musiker schafften weniger als einen Halbton. Wenn in der ersten Woche alles gleich klingt, ist das also der normale Anfang. Das relative Gehör wächst mit Übung bei fast allen; das absolute lässt sich als Erwachsener nur bei wenigen antrainieren (Van Hedger und Kollegen, 2019).

So wählt der Trainer deine Intervalle

Eine Runde hat zehn Intervalle aus denen, die du schon kennst, jedes von einem neuen zufälligen Startton (zwischen e und e’ für steigende, zwischen e’ und e’’ für fallende), damit du den Abstand lernst und nicht zwei bestimmte Töne. Acht von zehn bringen das nächste, in dieser Reihenfolge: Oktave, Quinte, große Terz, Quarte, große Sekunde, kleine Terz, große Sexte, kleine Sekunde, kleine Septime, kleine Sexte, große Septime, Tritonus; danach dieselben zwölf abwärts. Ein neues Intervall kommt in seiner ersten Runde dreimal. Bei einer falschen Antwort hörst du das richtige mit seinem Lied noch einmal, und „Deine Wahl anhören“ spielt deine Antwort daneben. Stand und Serie bleiben in diesem Browser auf diesem Handy; nichts wird verschickt. Die Töne erzeugt dein Browser, gleichstufig gestimmt mit a’ = 440 Hz.

Alle Intervalle mit Halbtonschritten und Abkürzungen

Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei Tönen, gezählt in Halbtonschritten: auf dem Klavier die nächste Taste, schwarz oder weiß, auf der Gitarre der nächste Bund. Das Komplementärintervall entsteht, wenn du den unteren Ton eine Oktave höher legst; beide zusammen ergeben immer zwölf Halbtöne.

HalbtöneIntervallAbkürzungKomplementär
0Primer1Oktave
1kleine Sekunde (Halbton)k2große Septime
2große Sekunde (Ganzton)g2kleine Septime
3kleine Terzk3große Sexte
4große Terzg3kleine Sexte
5reine Quarter4reine Quinte
6Tritonus = übermäßige Quarte; die verminderte Quinte klingt gleichü4 / v5Tritonus
7reine Quinter5reine Quarte
8kleine Sextek6große Terz
9große Sexteg6kleine Terz
10kleine Septimek7große Sekunde
11große Septimeg7kleine Sekunde
12Oktaver8Prime

Über der Oktave geht es weiter: Die None ist Oktave plus Sekunde, die Dezime Oktave plus Terz. Der Trainer bleibt innerhalb einer Oktave, dort bewegt sich fast jede Melodie.

Intervalle bestimmen: Übungen mit Lösungen

In der Schule heißt die Aufgabe oft nicht hören, sondern bestimmen: zwei Noten auf dem Papier. Das geht in zwei Schritten. Grobbestimmung: Zähl die Stammtöne von unten nach oben, beide mitgezählt (c, d, e: eine Terz); Vorzeichen spielen dabei keine Rolle. Auf dem Notenblatt geht es ohne Namen: Liegen beide Noten auf Linien oder beide in Zwischenräumen, ist das Intervall ungerade (Prime, Terz, Quinte, Septime), sonst gerade (Sekunde, Quarte, Sexte, Oktave). Feinbestimmung: Zähl die Halbtonschritte und lies in der Tabelle oben nach, aber nur in der Zeile dieses Intervalls. Ein Halbton mehr als groß oder rein heißt übermäßig, einer weniger als klein oder rein vermindert. Denk an die deutschen Namen: h ist der Ton über a, b der Halbton darunter.

AufgabeHalbtöneLösung
c – e4große Terz
d – f3kleine Terz
e – f1kleine Sekunde
b – c’2große Sekunde
fis – h5reine Quarte
f – h6übermäßige Quarte (Tritonus)
h – f’6verminderte Quinte (klingt wie der Tritonus)
e – h7reine Quinte
a – f’8kleine Sexte
g – e’9große Sexte
d – c’10kleine Septime
es – d’11große Septime
cis – f4verminderte Quarte (klingt wie eine große Terz)

Die letzte Aufgabe ist die Falle: Nur nach Halbtönen gezählt wäre cis – f eine große Terz, die Grobbestimmung sagt aber Quarte (c, d, e, f). Gleich klingen, anders heißen: Das nennt man enharmonische Verwechslung, und darum gehört die Grobbestimmung immer zuerst.

Ähnliche Intervalle auseinanderhalten: Konsonanz und Dissonanz

Die meisten Fehler passieren in wenigen Paaren. Ordne erst nach dem Klang, dann nach der Größe:

  • Vollkommene Konsonanzen: Prime, Oktave, Quinte, Quarte. Leer und offen, die zwei Töne verschmelzen fast. Die Quinte ruht, die Quarte klingt wie ein Auftakt („O Tan-nen-baum“). Eine Quarte auf einer Quinte ergibt eine Oktave.
  • Unvollkommene Konsonanzen: Terzen und Sexten. Weich; die großen hell, die kleinen dunkler, derselbe Unterschied wie zwischen Dur- und Mollakkord (Dur oder Moll? übt genau das).
  • Dissonanzen: Sekunden, Septimen, Tritonus. Sie reiben. Die Sekunde ist ein Schritt, die Septime ein Sprung knapp an der Oktave vorbei, der Tritonus liegt genau in der Mitte der Oktave und will weiter.

Im zweistimmigen Satz der Musiktheorie gilt die Quarte als Dissonanz. Fürs Hören gehört sie zu den offenen Klängen.

Sexten und Septimen

An den großen Sprüngen bleiben die meisten hängen. Zwei Wege hinein. Umkehren: Stell dir den unteren Ton eine Oktave höher vor, dann wird aus der kleinen Sexte eine große Terz und aus der kleinen Septime eine große Sekunde, die du schon kennst. Oder von einem festen Punkt aus messen: Die kleine Sexte ist eine Quinte plus Halbton, die große Sexte eine Quinte plus Ganzton, die kleine Septime eine Oktave minus Ganzton, die große Septime eine Oktave minus Halbton. Klingt ein Sprung wie eine Oktave, die knapp danebenliegt, ist es eine große Septime.

Helfen Liedanfänge wirklich?

Am Anfang ja, später weniger. Ein Lied gibt einem neuen Intervall in Sekunden ein Gesicht, deshalb kommt hier zu jeder Antwort eins. Die Grenze: Das Lied trägt sein Intervall zwischen bestimmten Stufen einer Tonart, und in echter Musik bleibt keine Zeit, im Kopf ein Kinderlied zu singen. Bei Hänschen klein in C-Dur ist g – e die kleine Terz von der fünften zur dritten Stufe (so – mi); f – d ist dieselbe kleine Terz, klingt aber anders, weil die Töne zur vierten und zweiten Stufe gehören (fa – re). Michael Rogers hat das 1983 beschrieben („Beyond Intervals“, Indiana Theory Review). Nimm die Lieder als Krücke für die ersten Wochen. Kommt ein Intervall von allein, lass das Lied weg und hör auf die Farbe. Der nächste Schritt nach den Intervallen ist, jeden Ton als Stufe der Tonart zu hören (do, re, mi), so folgen die meisten geschulten Musiker einer Melodie.

Intervalle singen: die Übung mit Kontrolle

  1. Eine Runde hier: zehn Intervalle, etwa zwei Minuten (drei, wenn du jedes Paar nachsingst).
  2. Sing jedes Paar nach, bevor du tippst. Summen zählt. Ein Intervall, das du ohne Bildschirm singen kannst, kennst du.
  3. Spiel einen Ton auf deinem Instrument oder mit dem Tongenerator, stell dir die Quinte darüber vor, sing sie und prüf mit Welchen Ton singe ich?, wo du gelandet bist. Daneben? Korrigier und noch mal, auch abwärts und mit den anderen Intervallen.
  4. Sitzt eine Gruppe, hör dieselben Intervalle simultan (unten).

Kurze Tage hintereinander schlagen eine lange Sitzung. Eine Auswertung von 317 Gedächtnisexperimenten (Cepeda und Kollegen, Psychological Bulletin, 2006) fand, dass verteiltes Üben besser hält als gebündeltes. Als grobe Richtung: Die ersten drei Intervalle sitzen nach ein paar Tagen, die zwölf aufwärts nach Wochen, alles sicher auf- und abwärts nach Monaten.

Simultan und sukzessive: zwei Töne gleichzeitig

Der Trainer spielt sukzessive, also nacheinander, aufwärts und abwärts. In Musik und in Aufnahmeprüfungen Gehörbildung kommen Intervalle auch simultan, beide Töne zugleich. Das ist schwerer, weil die Töne verschmelzen. So übst du es: Spiel beide Töne am Klavier, sing dann den unteren und den oberen einzeln, bis du sie auseinanderhörst. Die Einteilung in Konsonanz und Dissonanz hilft hier am meisten: Eine simultane Quinte ist fast ein Klang, eine Sekunde schwirrt.

Was der Trainer nicht kann

Er spielt keine simultanen Intervalle, nichts über der Oktave, und du kannst die Auswahl nicht selbst zusammenstellen: Die Reihenfolge steht fest, das nächste Intervall kommt, wenn du es dir erarbeitet hast. Frei einstellbare Übungen, auch simultan, haben musictheory.net (bis zwei Oktaven) und teoria.com (Stand Oktober 2026). Hier bekommst du dafür die Reihenfolge, ein Lied zu jeder Antwort, einen Stand, der auf dich wartet, und eine Runde, aus der eine Melodie wird.

Dann mach was draus

Die Intervalle, die du gerade benannt hast, sind eine Melodie aus zehn Tonpaaren. Brumm spielt sie als Instrument in einem Club-Track, und du kannst deine eigene Linie darüber summen. Ohne Konto, ohne Upload. Die App ist auf Englisch.

Nichts, was du antwortest, verlässt dein Handy. Wie die Seite Besuche zählt.

Audio: Töne, die dein Browser auf dieser Seite erzeugt; kein Mikrofon. Nichts vom Audio erreicht die Besucherzählung.

So funktioniert der Test

Runden
Zehn Intervalle pro Runde, aus denen, die du schon kennst, jedes von einem neuen Anfangston; acht von zehn bringen das nächste dazu.
Zufall
Bei drei Intervallen zur Wahl trifft Raten etwa drei von zehn, und acht von zehn aus Glück kommt etwa einmal in 300 Runden vor; jedes neue Intervall macht das seltener.
Was es nicht heißt
Deine Stufe sagt, wie viele Intervalle du heute kennst, nicht wie gut dein Gehör für immer ist: eine Woche Pause verschiebt sie, zehn am Tag holen sie zurück.