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Lauten-Stimmgerät

Laute stimmen im Browser: Renaissancelaute in G oder A, Chor für Chor mit Nadel und Cent, A = 415, 440 oder 442 Hz. Dazu Barocklaute, Theorbe und die Basschöre.

Mika, der Resident

Mika führt die Nacht bei 440. Tipp auf 415, und er geht wortlos mit.Das Mikrofon geht aus, wenn du stoppst, wenn alles stimmt oder nach einer halben Minute Stille. Nichts wird aufgenommen.

G2

Tipp auf Start. Spiel den G-Chor und lass ihn klingen. Ohne Mikrofon: tipp oben auf einen Ton, dann hörst du ihn.

Die Töne der Laute in Hz

Renaissancelaute in G, sechs Chöre

ChorTonbei 440 Hzbei 415 Hz
6.G298,0092,43
5.C3130,81123,38
4.F3174,61164,69
3.A3220,00207,50
2.D4293,66276,98
1.G4392,00369,72

Laute in A, einen Ganzton höher

ChorTonbei 440 Hzbei 415 Hz
6.A2110,00103,75
5.D3146,83138,49
4.G3196,00184,86
3.H3246,94232,91
2.E4329,63310,90
1.A4440,00415,00

Gleichstufig gerechnet von A4 = 440 und 415 Hz; der Kammerton-Schalter oben verschiebt alle Chöre.

Laute stimmen: Chor für Chor

Stimmung der Laute: G C F A D G (G2 C3 F3 A3 D4 G4) auf der Renaissancelaute in G, in Quarten mit einer großen Terz zwischen dem 4. und 3. Chor, wie eine Gitarre mit der 3. Saite einen Halbton tiefer. Die Laute in A hat dieselben Abstände einen Ganzton höher: A D G H E A. Wähl oben die Stimmung und den Kammerton, tipp auf Start und spiel den Chor, den das Stimmgerät nennt. Die Laute ist leise: halt das Handy mit dem Mikrofon zur Rosette, eine Handbreit davor, und zupf kräftig. Die Nadel und die Cent zeigen, ob der Chor zu tief oder zu hoch ist. Bleibt er eine knappe halbe Sekunde innerhalb von fünf Cent, kommt der Haken, und es nennt den nächsten Chor. Willst du mit einem anderen Chor anfangen, tipp ihn an. Bei ausgeschaltetem Mikrofon spielt ein Tipp auf einen Chor seinen Ton; auf dem Handy-Lautsprecher klingt der tiefe G-Chor eine Oktave höher, als G3. Stimm die zwei Saiten eines Chors einzeln und dämpf die andere mit einem Finger: zwei Saiten, die ein paar Cent auseinanderliegen, lassen die Nadel zittern.

Kammerton: Barock wird in der Alten Musik meist auf A = 415 Hz gespielt, einen Halbton unter 440; Renaissance-Ensembles spielen oft auf 440, manche Orchester auf 442. Ohne Handy hilft die Stimmgabel: auf der Laute in G ist der 3. Chor A3, eine Oktave unter ihrem A, auf der Laute in A ist es die Chanterelle. Für 415 brauchst du eine Gabel auf 415; eine 440er-Gabel zieht die Laute einen Halbton zu hoch. Ob eine Laute „in G“ oder „in A“ heißt, hängt an ihrer Größe, nicht an der Musik: Lautentabulatur schreibt Bünde, keine Töne, und dasselbe Stück liest sich auf beiden gleich. Darmsaiten folgen Wärme und Feuchte im Raum; stimm zwischen den Stücken nach.

Chöre: Unisono, Oktave und die Chanterelle

Wer die Saiten der Laute stimmt, stimmt eigentlich Chöre: meist zwei Saiten, die zusammen gegriffen und angeschlagen werden. Auf der Renaissancelaute stehen der 2. und 3. Chor im Unisono, beide Saiten auf demselben Ton. Der 4., 5. und 6. Chor haben meist neben der Basssaite eine dünne Oktavsaite, beim 6. Chor also G2 und G3. Der 1. Chor, die Chanterelle, ist eine einzelne Saite.

  • Unisono-Chor: eine Saite mit dem Stimmgerät, die zweite nach Gehör dazu. Klingen beide zusammen, hörst du ein Wabern, das langsamer wird und verschwindet, sobald sie sich treffen.
  • Oktavchor: die Oktavsaite stimmst du auf demselben Chor im Stimmgerät. Es legt die Oktave auf den Chor zurück: G3 zählt für den G-Chor.
  • Chanterelle: die dünnste Saite, nah an ihrer Reißgrenze. Dreh sie langsam von unten auf den Ton und nie darüber.

Ziehst du einen Chor an, gibt die leicht gebaute Decke etwas nach, und die anderen sinken um ein paar Cent. Geh deshalb zweimal durch; beim zweiten Mal sind es Kleinigkeiten. Gegenprobe nach Gehör: der 6. Chor am 2. Bund (A2) liegt eine Oktave unter dem leeren 3. Chor, der 5. am 2. Bund (D3) eine Oktave unter dem 2., der 4. am 2. Bund (G3) eine Oktave unter der Chanterelle.

Wenn die Laute nicht hält: Wirbel, Saiten, Bünde

  • Wirbel: Lautenwirbel halten nur durch Reibung im nach hinten abgeknickten Wirbelkasten. Drück beim Drehen leicht hinein. Rutscht ein Wirbel trotzdem oder ruckelt er, braucht er Wirbelpaste; das ist eine Sache von Minuten in der Werkstatt.
  • Neue Saiten: Darm und Nylon dehnen sich noch tagelang. Stimm in der ersten Woche oft nach; von Mal zu Mal liegen sie weniger daneben.
  • Bünde: Die Bünde am Hals sind umgebundene Darmschlingen und können wandern. Stimmen die leeren Chöre und ein gegriffener Ton liegt trotzdem daneben, prüf den Bund: der 5. Bund des 6. Chors muss das C des 5. Chors treffen, der 4. Bund des 4. Chors das A des 3. Manche Lautenisten setzen einzelne Bünde absichtlich etwas anders als gleichstufig, für eine ältere Temperierung; dann liegen gegriffene Töne ein paar Cent neben der Mitte, und das ist gewollt.
  • Zug: Eine Laute, die für 415 besaitet ist, nicht einfach auf 440 hochdrehen: das sind gut 12 % mehr Zug auf jeder Saite und auf dem aufgeleimten Steg. Für die andere Stimmhöhe gibt es andere Saitenstärken.

Wie viele Saiten hat eine Laute?

Doppelt so viele wie Chöre, weniger die einzelnen Oberchöre. Die üblichen Größen:

LauteChöreSaitenZeit
Renaissancelaute61116. Jahrhundert
Renaissancelaute7 oder 813 oder 15spätes 16. Jahrhundert
Renaissancelaute1019frühes 17. Jahrhundert
Barocklaute11meist 20Frankreich, 17. Jahrhundert
Barocklaute13meist 24Deutschland, frühes 18. Jahrhundert
Theorbe14oft 14, einfach besaitetItalien, ab etwa 1590
Gitarrenlaute6 Einzelsaiten6Deutschland, um 1900 bis 1930

Eine Laute mit sechs Einzelsaiten ist meist eine Gitarrenlaute; eine sechschörige Renaissancelaute hat elf Saiten. Auf der Barocklaute sind der 1. und oft der 2. Chor einzeln.

Mehr als sechs Chöre: die Basschöre stimmen

Ab dem 7. Chor kommen Basschöre dazu, die fast nur leer gespielt werden. Auf der Renaissancelaute in G stehen sie meist so; je nach Stück stimmt man einen davon um:

  • 7 Chöre: der 7. auf D2 oder F2
  • 8 Chöre: F2 und D2
  • 10 Chöre: F2, Es2 (oder E2), D2, C2

Das Stimmgerät zeigt nur die sechs Griffchöre, aber es legt jede Oktave auf den gewählten Chor zurück. Tipp den D-Chor an und spiel den Bass D2: die Nadel zeigt ihn richtig. So geht jeder Basschor über den Chor mit demselben Tonnamen, F2 über F, C2 über C; für E schalt auf Laute in A, dort ist E ein Chor. Für Es gibt es keinen: stimm es nach Gehör als Oktave zum 3. Bund des 5. Chors.

Nach dem Haken springt das Stimmgerät zum nächsten Chor der sechs; tipp vor jedem Basschor wieder den passenden Ton an. Steht dort „Alle 6 gestimmt“, ist das Mikrofon aus: tipp auf Start und dann auf den Ton.

Barocklaute stimmen: die d-Moll-Stimmung

Die Barocklaute ist auf einen d-Moll-Akkord gestimmt: A D F A D F vom 6. zum 1. Chor, darunter stufenweise die Bässe. Diese Stimmung setzte sich um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Frankreich durch; die 13-chörige Laute spielten in Deutschland Silvius Leopold Weiss (1687–1750) und seine Zeitgenossen. Die Bässe stimmt man nach der Tonart des Stücks um, etwa Fis statt F. Üblich ist A = 415 Hz.

ChorTonbei 415 HzChor hier
1.F4329,39F (in G)
2.D4276,98D (in G)
3.A3207,50A (in G)
4.F3164,69F (in G)
5.D3138,49D (in G)
6.A2103,75A (in G)
7.G292,43G (in G)
8.F282,35F (in G)
9.E277,72E (in A)
10.D269,24D (in G)
11.C261,69C (in G)
12.H158,23nach Gehör
13.A151,88nach Gehör

Stell den Kammerton auf 415, wähl Laute in G (für E Laute in A) und tipp für jeden Chor den Ton mit demselben Namen an, wie oben bei den Basschören; die Reihenfolge, die das Stimmgerät vorschlägt, gilt für die Renaissancelaute. Unter 60 Hz liest es nicht mehr sicher: stimm H1 als Oktave zum 6. Chor am 2. Bund und A1 als Oktave zum leeren 6. Chor.

Theorbe stimmen

Die Theorbe, auch Chitarrone, ist die große Generalbasslaute, Ende des 16. Jahrhunderts in Florenz entstanden, mit einem zweiten, langen Wirbelkasten für die Bässe. Meist steht sie in A und hat 14 Chöre. Sie ist rückläufig gestimmt: die beiden obersten Chöre liegen eine Oktave tiefer als auf der Laute in A, weil Saiten dieser Länge in der hohen Lage reißen würden. Ihr höchster leerer Chor ist deshalb der 3., H3.

ChorTonbei 415 HzChor hier
1.A3207,50A (in A)
2.E3155,45E (in A)
3.H3232,91H (in A)
4.G3184,86G (in A)
5.D3138,49D (in A)
6.A2103,75A (in A)
7.G292,43G (in A)
8.F282,35F (in G)
9.E277,72E (in A)
10.D269,24D (in A)
11.C261,69C (in G)
12.–14.H1 A1 G158,23 · 51,88 · 46,22nach Gehör

Mit Laute in A tippst du für jeden Chor den Ton mit seinem Namen an, wie oben bei den Basschören; nur F und C liegen in der G-Stimmung. Die drei tiefsten Bässe stimmst du nach Gehör, als Oktaven zum 6. Chor am 2. Bund (H), zum leeren 6. Chor (A) und zum 7. Chor (G).

Gitarrenlaute stimmen

Die Gitarrenlaute, auch Wandervogellaute, ist eine Gitarre im Lautenkorpus, beliebt in der deutschen Jugendbewegung um 1900 bis 1930. Sie hat sechs Einzelsaiten und wird wie eine Gitarre gestimmt: E A D G H E (E2 A2 D3 G3 H3 E4). Dafür ist das Gitarren-Stimmgerät da. Auf G C F A D G hochgedreht läge fast jede ihrer Saiten drei Halbtöne über ihrem Ton; das hält sie nicht aus. Für Lautenmusik aus Tabulatur stimmt man die 3. Saite einen Halbton tiefer auf Fis3: E A D Fis H E, die Lautenstimmung in E. Stimm mit dem Gitarren-Stimmgerät und dann die G-Saite nach Gehör auf den 4. Bund der D-Saite.

Was ist eine Laute?

Ein Zupfinstrument mit bauchigem Korpus aus gebogenen Holzspänen, einer flachen Decke mit geschnitzter Rosette und einem Wirbelkasten, der nach hinten abknickt. Der Name kommt vom arabischen al-ʿūd, „das Holz“; über Spanien und Sizilien kam die Laute im Mittelalter nach Europa. Lange mit einem Federkiel gespielt, wurde sie um 1500 mit den Fingern gezupft und war zwei Jahrhunderte lang eins der wichtigsten Instrumente Europas, von Francesco da Milano und John Dowland bis Weiss und Bach.

In der Instrumentenkunde heißt „Laute“ mehr: nach Hornbostel und Sachs (1914) jedes Saiteninstrument mit Hals, dessen Saiten parallel zur Decke laufen. So gesehen sind auch Gitarre und Geige Lauteninstrumente.

Laute: Instrument und Arten

  • Renaissancelaute: 6 bis 10 Chöre, G C F A D G.
  • Barocklaute: 11 oder 13 Chöre, d-Moll-Stimmung.
  • Theorbe und Erzlaute: lange Hälse für die Bässe; die Erzlaute (Arciliuto) bleibt nah an der Renaissance-Stimmung.
  • Oud: die arabische Laute, ohne Bünde, mit Plektrum gespielt: Oud stimmen.
  • Langhalslauten: Saz und Bağlama, die Sitar, die Bouzouki; in Ostasien die Kurzhalslauten Pipa und Biwa.
  • Gitarrenlaute: Gitarrenstimmung im Lautenkorpus (oben).

Wie klingt eine Laute?

Leise, warm und perlend: Darmsaiten, mit den Fingerkuppen gezupft, ein klarer Anschlag und ein kurzer Ausklang. Die Oktavsaiten geben den Basschören einen hellen Rand, darum bleiben tiefe Linien auf der Laute klar, auch wenn oben eine Melodie läuft.

Laute oder Mandoline: der Unterschied

Beide haben Chöre, und die neapolitanische Mandoline hat den gewölbten Spänekorpus der Laute: sie stammt vom Mandolino ab, einer kleinen Laute. Sonst trennt sie viel. Die heutige Mandoline hat vier Doppelchöre aus Stahl in Quinten, G D A E wie die Geige, wird mit Plektrum gespielt und hat Mechaniken an einem flachen Kopf. Die Laute hat sechs und mehr Chöre aus Darm oder Nylon in Quarten mit einer Terz, gezupft mit den Fingern, und einen abgeknickten Wirbelkasten. Für die Mandoline: Mandoline stimmen.

Ohne Stimmgerät: nach Gehör

Saite heißt hier Chor: stimm jeweils eine Saite des Chors, die zweite nach Gehör dazu. Bei A = 415 Hz ist der 6. Chor 92,43 Hz.

Stimm zuerst die 6. Saite (G2) nach einem Bezugston, etwa vom Tongenerator (98,00 Hz). Dann jede weitere Saite nach einer, die schon stimmt: greif den Bund, schlag beide an und dreh, bis die Schwebung verschwindet.

  • Die 5. Saite (C3): 5. Bund der 6. Saite (G2)
  • Die 4. Saite (F3): 5. Bund der 5. Saite (C3)
  • Die 3. Saite (A3): 4. Bund der 4. Saite (F3)
  • Die 2. Saite (D4): 5. Bund der 3. Saite (A3)
  • Die 1. Saite (G4): 5. Bund der 2. Saite (D4)

Die gestimmten Töne kannst du in Brumm als kurze Melodie über einem Beat weiterspielen.

Audio: dein Mikrofon, erst an, wenn du tippst. Der Klang wird in diesem Tab ausgewertet und nie verschickt. Nichts vom Audio erreicht die Besucherzählung.

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